Padborg Park 2010

23. Juli 2010 | 85 x gelesen.

Eigentlich wollte ich ja gar nicht fahren, sondern nur mal die alten Bekannten von Motorrad Ruser  wiedersehen. Aber ersten kommt es anders, und zweitens als man denkt. Nachdem ich im Job mitten in der Woche von der Früh- zur Spätschicht gewechselt hatte und somit meist nicht vor morgens 1 Uhr ins Bett kam, hatte ich auch nicht die große Lust morgens um 6 Uhr aufzustehen, damit ich um 7.45 ausgeschlafen den Job eines Instruktors machen kann. Also hatte ich beschlossen nicht zu fahren, da ja eh schon andere Instruktoren dort waren. Am Freitag wollten wir lediglich mal unsere Freunde in Padborg besuchen und sind mittags mit dem Auto rübergefahren. Das Wetter war auch mal wieder nicht so wirklich prall und Regen und Sonne wechselten sich regelmäßig ab. Es wehte dazu noch eine frische Brise aus dem Westen, so das die Strecke meist schon wieder nach wenigen Minuten trocken war. Typisch norddeutsches Wetter  halt und mit kühlen Temperaturen, die zwischen ein und zweistelligen Gradzahlen wechselten. Für Mitte Juni eindeutig um mindestens 10 Grad zu kalt.

Irgendwann hat eine Dame, die wusste das ich auch manchmal als Instruktor fahre, es dann doch geschafft mich zu überreden, das ich wenigstens am Samstag für sie als Einzelinstruktor fahre, da sie keine richtige Gruppe finden konnte, wo das alles passte, wie sie es sich vorgestellt hatte. Irgendwie hatte ich schon Lust bekommen etwas zu fahren, aber auf der anderen Seite fehlte mir der Antrieb mich körperlich großartig zu bewegen – jetzt hatte ich den Antrieb der fehlte und sagte zu. Also setzte ich mich Samstag morgen um kurz vor 7 auf meine Monster und machte ich mich auf den Weg nach Padborg. Dabei durfte ich erneut feststellen, das einstellige Temperaturen und eine perforierte Lederkombi schweinekalt sind und alles andere als angenehm sind. Heinke freute sich jedenfalls riesig das sie mich für sich alleine hatte und nach dem ersten Turn, den wir beide zum Warmwerden brauchten, ging es dann recht gut und sie machte bei den späteren Turns bis zum Mittagessen auch schnelle und gute Fortschritte beim Fahren. Nach dem Mittag war die Luft bei Heinke raus, es ging jedenfalls nicht mehr wirklich gut und die Steigerungen hielten sich auch zurück bis zum letzten Turn, da war sie wie ausgewechselt und voller Energie. Ob das daran lag, das wir ab Mittag noch ein zweites Mädel mit in unsere beschauliche Gruppe genommen haben, vermag ich nicht zu sagen. Jedenfalls hatten wir beide unseren Spaß und sie ein schönes Lächeln am Ende auf dem Gesicht. Sehen wir uns 2011 wieder?

Am frühen Vormittag wurde ich dann noch gebeten in einer schnelleren Gruppe für ein Wiederholungstäter als Instruktor zu fahren, da die anderen in seiner Gruppe nach seiner Meinung langsam aber sicher zu schnell wurden und jetzt mit dem Knieschleifen anfingen. Warum nicht, dachte ich mir und ab 10 Uhr legten wir gemeinsam los. 1 Turn brauche ich meist um mich auf die Geschwindigkeiten der Leute einzustellen, um danach halt vernünftig und wie man es auch von Instruktoren erwartet, dementsprechend vorweg fahren und den Leuten weiterhelfen kann, mit den für sie passenden Brems- und Einlenkpunkten sowie eine brauchbare Linienwahl. Auffallen tut mir hierbei immer wieder. das viele am Ende der Kurve viel zu weit innen sind statt großzügig rund zu fahren und die Streckenbreite ganz zu nutzen. Somit nehmen sie sich selber die Fahrgeschwindigkeit. Auch hilft es vielen, wenn ich auf den Geraden etwas weniger schnell mache, so das praktisch beim Einlenken in die Kurven das bremsen beendet ist und sich die Leute voll und ganz auf die Kurve konzentrieren können. Auch mit ihm zeigte es Wirkung, wenn man sich nicht in die Kurve hineinbremst, so das wir nach dem Mittag ständig auf die “Knieschleifenden” aufliefen, für die er ja anfangs wohl nach deren Meinung zu langsam war. Beim hinterherfahren der “knieschleifenden” Gruppe ist mir dann auch zum ersten mal so richtig aufgefallen was einige Leute für merkwürdige Verrenkungen machen, um mit aller Gewalt Knieschleifen zu können. Sachen gibst…

Überrascht war ich beim ersten Umlauf, das die Schikane, die ich immer sehr mochte, jetzt für Motorradfahrer entschärft wurde und fast gerade ist. Den Streckenumbau find ich persönlich allerdings blöd, zumal ich das Umlegen auf der Bodenwelle in der alten Schikane immer als als nette Herausforderung gesehen hatte und sich dort zeigte, wer sein Fahrwerk gut eingestellt hat. Auf der anderen Seite ist jetzt die Einfahrt in die nächste schnelle und lange Linkskurve etwas schwieriger geworden, weil man doch deutlich schneller dort ankommt und dort sehr schnell von rechts auf links umlegen muss und das ganze noch dazu auf der Bremse. Hier kann man jetzt noch besser sich innen zum Überholen reinbremsen  oder halt wenn andere es schwer haben aus der neuen Schikane herraus stramm rechts zu bleiben, rechts mit höherer Geschwindigkeit dran vorbei zu fahren oder einfach in der langen links eben aussenrum vorbeizufahren. Die zusätzliche Schikane auf der langen Geraden, die dazu dient das Geräuschniveau etwas zu begrenzen und um Geschwindigkeit herauszunehmen, wird auch mittlerweile recht großzügig gestellt. Aber immer noch so, das selbst die Tausender Taschenraketen nicht mit weit über 250 an der ca. 60-70 km/h langsamen 180 Grad Kehre ankommen, sondern nur um die 180 – 200 km/h.

Und zur Selbstbelohnung hab ich mir morgens 10 Minuten freies Fahren gegönnt, um die Streckenführung zu begreifen und Linien anzutesten und nachmittags hab ich mir dann nochmal zwei mal 10 min freies Gasen gegönnt. Das war wie Balsam für die Seele. Schön zu wissen, das ich mit meiner Pilot Power bereiften und strassenzugelassenen Monster immer noch bequem mit einigen Slickskameraden mithalten kann. Und geregnet hat es nur in der Mittagspause recht heftig, aber der kräftige Wind hatte pünktlich zu Fahrbeginn die Fahrbahn wieder abtrocknen lassen. Bei sonnig und ab und zu bedecktem Himmel störte auch der teils kräftige Wind nicht, mich jedenfalls nicht. Schön war auch das ich meine alte R6 auf der Strecke nochmal überholen durfte. Traurig hat es mich gestimmt, das sie mittlerweile alles andere als hübsch anzusehen ist. Und zu guter Letzt habe ich noch ein Angebot von einem anderen Instruktor bekommen, ihn in seinem Instruktorenteam im nächsten Jahr am Spreewaldring und am Heidbergring  bei Lust und Laune zu verstärken. Mal sehen was ich machen werde, Reizen tut mich gerade der Spreewaldring gewaltig.

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