Km 9600 – Druckverlust beim Bremsen und Kratzersuche

4. Juli 2010 | 81 x gelesen.

Anfang Juni 2006 hatte ich den widerlichsten Fehler, den man sich nur vorstellen kann. Den totalen Verlust der Vorderradbremse beim Bremsen. Eigentlich kann ich von Glück sprechen, das dieses merkwürdige erstmalig auf der Rennstrecke Lausitzring beim freien Fahren auftrat und ich Glück hatte, immer ausweichen zu können oder eine der Auslaufzonen als Notausgang benutzen konnte.

Vorstellen muss man sich das in etwas so: Man kommt am Ende der Geraden oder der Gegengeraden mit Tempo 240 auf eine Kurve zugeflogen und langt wie üblich kräftig in die Bremse bis das Hinterrad tänzelt und bereitet sich auf das Einlenken vor, ohne Vorwarnung machte es dann Pffffut und ich hatte den Bremshebel innerhalb eines Wimpernschlages völlig drucklos am Lenker und das Bremsen endete einfach so. Das ist wirklich kein sonderlich angenehmes Gefühl nur noch Mitfahrer statt Fahrer zu sein und versuchen einen Sturz oder Einschlagen abzuwenden.

Das doofe daran ist, das der Fehler sich auch nicht reproduzieren ließ. Selbst das Wechseln von Bremszangen und Bremsflüssigkeit wie das mehrfache Entlüften halfen nicht. Alle Versuche den Fehler in der Box zu finden scheiterten, so das ich am zweiten Tag gezwungen, war die Serienbremspumpe wieder anzuschrauben. Danach war dann endlich Ruhe und ich musste wieder Vertrauen in mich und mein Motorrad finden.

Am dritten Tag bekam ich mein Vertrauen wieder und verbesserte mich zusehends, was sich anhand der Rundenzeiten auch wiederspiegelte. Irgendwann am Nachmittag bemerkte ich das in Linkskurven irgend etwas schleift und kratzt, was ja eigentlich auch nicht sein sollte. Völlig gedankenlos hab ich noch ein paar Runden weitergedreht und es kratzen lassen bis, ja bis ich am Eingang zur Start und Ziel Geraden mal etwas früher und mehr ans Gas ging, um ein paar Andere aussenrum zu überholen. Das endete jedenfalls damit, das ich über eine bis dahin mir unbekannte Bodenwelle fuhr und die dicke Triumph heftigst mit irgendwas aufsetzte und mich aushebelte, so das ich über beide Räder wegrutschte aber das Motorrad wie auch immer wieder fangen konnte.

Die Ausfahrt in die Boxengasse hatte ich verpasst, also noch ne Runde und den Puls wieder beruhigen. Auf dem etwas gemütlicheren Weg um den Kurs fielen mir dann die neuen starren und arschteuren Fussrasten von MR ein, ja – das musste es sein. Also rein in die Box und die Rasten etwas höher schrauben war der Plan. In der Box angekommen gingen wir dann auf Kratzersuche an den Rasten, fanden aber keine. Einerseits war ich ja froh, aber andererseits auch nicht, denn der Motordeckel hatte deutliche Kampfspuren davongetragen, war aber zum Glück weiterhin dicht. Seitdem kannte ich das Schräglagenende einer Triumph, und das trotz Heckhöherlegung und kräftigeren Gabelfedern. Somit hatte ich Zeit, um meine eigene Körperhaltung zu verbessern und den Fahrstil generell zu optimieren.

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